Daten, Fakten, Historisches zum 190er
Die Baureihe 201 (1982-1993) - Langstreckenweltrekorde in Nardo
Was er leisten kann, beweist der 190 E 2.3-16 bereits 1983. In jenem Jahr wird er auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt/Main (IAA) präsentiert. Schon vier Wochen vorher fahren drei Prototypen des Modells auf dem Rundkurs im süditalienischen Nardo mehrere Langstreckenweltrekorde über 25 000 Kilometer, 25 000 Meilen und 50 000 Kilometer. Die Durchschnittsgeschwindigkeiten liegen bei fast 250 km/h. Damit gibt der Typ 190 einen ersten Vorgeschmack auf seine kommende Karriere als Sportwagen. Seine Rennpremiere hat der neue Mercedes-Benz Bolide beim offiziellen Eröffnungsrennen des neuen Nürburgrings am 12. Mai 1984. Die Straßenversion des Sechzehnventilers geht im September 1984 in Serie, als Farben stehen die beiden Metallic-Lackierungen Blauschwarz und Rauchsilber zur Wahl.
Zwei weitere Modelle der Kompaktklasse entstehen 1983 ausschließlich für den Export nach Nordamerika. Diese US-Versionen sind der Diesel 190 D 2.2 und der Benziner 190 E 2.3. Beim Selbstzünder wird der Hubraum durch Verlängerung des Kolbenhubs auf 2197 Kubikzentimeter vergrößert. So lassen sich die Leistungsverluste kompensieren, die aus dem Einbau einer Abgasrückführanlage entstehen. Diese Anlage ist für den US-Export nötig, besonders die strengen kalifornischen Emissionsgrenzwerte machen die Abgasreinigung unumgänglich. Die Leistung des modifizierten Dieselmotors bleibt mit 73 PS (54 kW) weitgehend jener der Standardversion gleich.
Der Benziner 190 E 2.3 verliert durch die geregelte Abgasreinigungsanlage zunächst besonders deutlich an Leistung gegenüber dem 230 E (W 123): Mit 113 PS (83 kW) statt 136 PS (100 kW) bleibt die hubraumstarke Export-Version sogar unter dem herkömmlichen 190 E. 1984 wird das Defizit durch einen modifizierten Ansaugkrümmer, eine schärfere Nockenwelle sowie eine neu abgestimmte Einspritzanlage behoben. Jetzt erreicht der 190 E 2.3 mit 122 PS (90 kW) immerhin das Leistungsniveau des Zweiliter-Modells.
Nicht ganz zwei Jahre nach seiner Markteinführung wird auch der Typ 190 mit Vergasermotor einer Leistungskur unterzogen. Anstelle der gedrosselten Ausführung kommt der Motor jetzt ohne Leistungseinschränkung zum Einsatz, außerdem erhöhen die Mercedes-Benz Konstrukteure die Verdichtung des Aggregats. Das intern Typ 190/1 genannte Basismodell der Baureihe bietet nun 105 PS (77 kW) und damit 15 PS (11 kW) mehr als zuvor. Nur die stärker gedämpfte Auspuffanlage des Kompaktmodells verhindert, dass sein Motor die Leistung des entsprechenden W 123 erreicht.
Im Rahmen der Modellpflege erhalten der 190 und auch der 190 E Einriementrieb, hydraulischen Ventilspielausgleich sowie hydraulische Motorlager. Mit Markteinführung der neuen Mittelklasse-Baureihe W 124 im Januar 1985 bekommen die Kompaktklasse-Modelle außerdem 15-Zoll-Räder, elektrisch beheizte Scheibenwaschdüsen und hubgesteuerte Panorama-Scheibenwischer mit deutlich vergrößertem Wischfeld. Darüber hinaus gehören von September 1985 an Servolenkung und elektrische Außenspiegelheizung zur Serienausstattung aller Modelle. Die Präsentation der mittleren Baureihe W 124 bringt der Kompaktklasse aber nicht nur technische Verbesserungen, auch die Wahrnehmung des Typs 190 ändert sich. Hat sich die Limousine nämlich bisher stilistisch vom Auftreten der restlichen Mercedes-Benz Modelle deutlich unterschieden, wird mit der Vorstellung des ähnliche Züge tragenden W 124 klar, dass die kleinere Baureihe Trendsetter gewesen ist für eine neue Designsprache der Stuttgarter Automobile.
1985 stellt Mercedes-Benz als neue Modelle der Baureihe zunächst den 190 D 2.5 vor. Die Diesel-Limousine trägt das Fünfzylinder-Aggregat des Typs 250 D unter der Motorhaube, das aus 2497 Kubikzentimeter Hubraum 90 PS (66 kW) schöpft. Wie schon der 190 D überzeugt das neue Modell mit geringem Kraftstoffverbrauch, bei 174 km/h Spitzengeschwindigkeit erreicht der kompakte Diesel zudem ansehnliche Fahrleistungen.
Quelle: Daimler Chrysler Media/Daimler Media
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